/ecm diskurs 16: Die Globalisierung der Kunst und die »Biennalen des Widerstands«
Freitag, 11. April 2014, 19 Uhr
Universität für angewandte Kunst Wien, Dachgeschoß SRA, Oskar Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
Vortrag: Oliver Marchart
Moderation: Luisa Ziaja
Ein wesentlicher Aspekt sogenannter Globalisierung besteht in einem Prozess, den man als Dezentrierung des Westens bezeichnen kann. Diese Gewichtsverschiebung darf nicht ausschließlich an ökonomischen Indikatoren abgelesen werden. Sie beinhaltet zugleich einen Kampf um Hegemonie, also um Konsens und Zustimmung: um eine bestimmte legitime und doch imaginäre Kartographie unserer Welt. Dieser symbolische Kampf wird im Lokalen, im Nationalen und im Transnationalen zugleich ausgetragen. In ihm spielt das Kunstfeld eine bedeutsame Rolle, vielleicht sogar eine Vorreiterrolle, die verkannt wird, solange man es nur nach seiner ökonomischen und nicht auch nach seiner hegemonialen Funktion befragt. Und jene Institution des Kunstfelds, die das Lokale, Nationale und Transnationale vermitteln wie keine andere, ist die der Biennale. Biennalen sind, wenn man so will, Hegemoniemaschinen, die im Feld symbolischer Legitimationskämpfe das Lokale mit dem Globalen verknüpfen.
/ecm diskurs. positionen/perspektiven/praxen ist die Vortrags- und Diskussionsreihe des ecm–Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis. Die Reihe führt zeitgenössische Positionen aus Theorie und Praxis des Kultur- und Ausstellungsbetriebs zusammen. Lokale und internationale AkteurInnen diskutieren zu aktuellen Themen oder vermitteln über Vorträge theoretische Ansätze und Potenziale einer progressiven Ausstellungspraxis.