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/ecm diskurs 7: Politik des Ausstellens

 

11. Dezember 2009, 19 Uhr
Expositur Vordere Zollamtsstraße 3, 1030 Wien

Marius Babias, Kurator und Kunsttheoretiker, Direktor neuer berliner kunstverein, Berlin
Moderation: Luisa Ziaja, ecm / Universität für angewandte Kunst Wien

Das Verhältnis zwischen Kunst und Politik verharrt in zwei scheinbar unlösbaren Paradoxien. Das erste Paradox betrifft das sukzessive Verschwinden der Öffentlichkeit als Forum gesellschaftlicher Konfliktaustragung aus den westlichen Demokratien. Das zweite Paradox betrifft das Verhältnis zwischen Kunst und Gesellschaft heute: Die im Prozess der Globalisierung immer brutaler werdende kapitalistische Gesellschaft schmückt sich mit immer kritischer werdenden Mikroöffentlichkeiten, wovon eine hochgradig symbolische die Bildende Kunst ist. Der Vortrag diskutiert, inwieweit die Kunst und ihre Institutionen durch die Mobilisierung kritischer Inhalte dazu beitragen können, die Vorstellung von Öffentlichkeit als Forum gesellschaftlicher Konfliktaustragung zu stärken. Gilt noch die postmarxistische Maxime der historischen KonzeptkünstlerInnen, dass die Gesellschaft in genau den Formen in Frage gestellt werden muss, für die diese Gesellschaft die größte Hochachtung hegt, nämlich für ihre kulturellen Erzeugnisse? Oder ist das Politische, das eine gewisse Renaissance im Kunstfeld erlebt, lediglich eine strategische Positionierung im Kunstmarkt?

Marius Babias, geb. 1962, lebt als Kurator, Kunsttheoretiker und Hochschuldozent in Berlin. Seit 2008 Direktor des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.). 2005 Kommissar des Rumänischen Pavillons, Biennale Venedig. Babias kuratierte u.a. die Ausstellungen Das Neue Europa, Generali Foundation Wien (2005), Handlungsformate, Neuer Berliner Kunstverein (2005), Public Art Bucharest (2007) und L’Europe en devenir, Centre Culturel Suisse, Paris (2007). 2006 war er Co-Curator der Periferic Biennale in Iasi, Rumänien. Von 2001–2003 war Babias Künstlerischer Co-Leiter der Kokerei Zollverein Zeitgenössische Kunst und Kritik in Essen (mit Florian Waldvogel). Er war Kunstkritiker u.a. für taz und Zitty, Frieze, Kunstforum International, Metropolis M und IDEA Arts + Society. Von 1997–2001 hatte Babias Gastprofessuren für Kunsttheorie und Kunstvermittlung an der Städelschule Frankfurt/Main, der Kunstuniversität Linz und am Center for Contemporary Art Kitakyushu, Japan, inne. 1997 war er Co-Projektleiter des Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekts weitergehen der Kulturbehörde Hamburg. 1996 erhielt Babias den Carl Einstein Preis für Kunstkritik. Er ist Herausgeber zahlreicher Publikationen und Ausstellungskataloge zur Gegenwartskunst und zur Kunsttheorie sowie Autor von Herbstnacht (Berlin 1989), Ich war dabei, als ... Interviews 1990–2000 (Revolver – Frankfurt/Main 2001), Ware Subjektivität. Eine Theorie-Novelle (Verlag Silke Schreiber – München 2002), Berlin. Die Spur der Revolte (Verlag Walther König – Köln 2006) und Kunst in der Arena der Politik (Verlag Walther König – Köln 2008).